Willkommen

Wir sind Teil eines Netzwerkes aus fünf unterschiedlichen Wohnprojektgruppen, der Bürgerinitiative Waller Mitte e. V. (waller-mitte.de) und haben das Ziel, den Dedesdorfer Platz als öffentliche Freifläche mit Möglichkeiten der Begegnung und Bewegung für verschiedene Altersgruppen des Stadtteils zu beleben.

In einem langen, interaktiven Prozess einigte sich die Bürgerinitiative mit der Stadt Bremen darauf, den Großteil des Platzes als öffentliche Grünfläche zu gestalten und nur die Flächen am Rande des Platzes als Baugrundstücke zu verkaufen. Das Besondere daran: Die Grundstücke werden explizit für Baugemeinschaften ausgeschrieben und nach Konzept vergeben. Auf eines davon werden wir uns bewerben. Hier möchten wir ein großes Wohnhaus errichten.

Unser Leben

Wir sind 14 große, fünf kleine Menschen und wollen in unterschiedlichen Wohnformen leben: in WGs, Familien, als Paare oder alleine. Unser Ziel ist es, selbstverwalteten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dabei möchten wir auf der Basis von gegenseitiger Hilfe und respektvollem Miteinander unseren Traum vom gemeinsamen Wohnen in einer lebendigen Nachbarschaft verwirklichen.  Durch das gemeinsame Haus schaffen wir uns ein Umfeld, in dem ein Austausch über Generationen, Sozialisationen und Herkunft hinweg stattfinden kann. Dabei soll eine verbindliche Nachbarschaft entstehen, in der offene Türen, gegenseitige Unterstützung und ein Austausch von Fähigkeiten wesentliche gemeinsame Ziele sind.

Wir wollen unsere Kinder gemeinsam mit anderen Kindern aufwachsen sehen und daher einen Raum für Kinder und Jugendliche schaffen, in dem sie gewünscht und akzeptiert sind und mit ihren Bedürfnissen einbezogen und ernst genommen werden.

Unser Haus

Unsere Vorstellungen vom gemeinsamen Wohnen und Leben möchten wir baulich widerspiegeln. Wir möchten Orte der Begegnung und des Austausches schaffen; sowohl in unserem Haus als auch auf dem Platz. Aspekte der Barrierefreiheit, Energieeffizienz sowie der Ökologie sind uns wichtig und werden je nach finanziellen Ressourcen umgesetzt.

Im Erdgeschoss sind Räume für eine hausprojektübergreifende und öffentliche Nutzung vorgesehen. Derzeit sind z.B. eine Food-Coop und Selbsthilfewerkstätten für Fahrradreparaturen und Holzarbeiten geplant. Diese sind nicht nur für die Bewohner*innen gedacht, sondern sollen zu festgelegten Zeiten auch Nutzer*innen aus dem Stadtteil offenstehen. Außerdem soll es regelmäßig Angebote wie Repair-Cafés, Workshops und Werkstätten für Kinder geben. Ein Ausgang zum Platz ermöglicht es draußen zu arbeiten, mit Blick und Anschluss zum Geschehen auf dem Platz.

Ein kleines Foyer dient dem Netzwerk der Baugruppen als Raum zur Begegnung und zum Informationsaustausch (Infowand).

Unsere Rechtsform und Finanzierung

Wir wollen unser Haus mit dem Mietshäusersyndikat (MHS) bauen. Das MHS ist ein bundesweites Netzwerk aus mittlerweile 117 Wohnprojekten mit über 2800 Bewohner*innen (Stand 2017) und wurde 1992 in Freiburg im Breisgau gegründet. Alle MHS-Projekte werden von den Bewohner*innen selbstverwaltet und -organisiert. Erfahrene Berater*innen des MHS begleiten und unterstützen uns bei der Planung und Durchführung des Baus.

Wir — die zukünftigen Bewohner*innen — sind im Verein Lanke e. V. organisiert. Erhalten wir den Zuschlag für das Grundstück, gründen wir für den Bau und den Besitz des Hauses eine GmbH. Gesellschafter der GmbH sind der Lanke e. V. und das MHS. Wir alleine bestimmen in allen Fragen des Zusammenlebens. In bestimmten Angelegenheiten wie z. B. Hausverkauf, Umwandlung in Eigentumswohnungen oder ähnlichen Zugriffen auf das Immobilienvermögen hat das MHS Stimmrecht und verhindert als Kontrollorganisation eine spätere Privatisierung.

Unser Haus wird mit Bankkrediten und Eigenkapital finanziert, wie andere Bauprojekte auch. Besonders ist jedoch, dass wir der GmbH unser Eigenkapital leihen — als Direktkredit (genauer: als Nachrangdarlehn). Wir erwerben also keine Anteile an dem Haus, sondern ermöglichen der GmbH mit unseren Direktkrediten den Bau eines Hauses, das immer den im Verein organisierten Bewohner*innen gehört. Weitere Direktkredite Dritter ermöglichen uns die Kosten für teure Bankkredite zu reduzieren.

Weitere Informationen zum MHS unter: syndikat.org